65.000 Euro in einer Stunde

Das war beeindruckend: Beim Festabend der bvse-Jahrestagung Ende September 2018 in Baden-Baden mit 260 Gästen erläuterte der TV-Journalist und UN-Botschafter für Artenschutz, Dirk Steffens, charmant-schonungslos, was das oft, aber selten so anschaulich thematisierte Artensterben für die Erde bedeutet. Wir erleben heute das größte Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier, sagt Steffens. Er machte dem aufmerksam lauschenden und auf die große Leinwand schauenden Publikum klar, worum es geht: Nämlich nicht darum, dass vielleicht der Eisbär mal nicht mehr ist – Arten sterben seit jeher aus – sondern dass mit der zunehmenden Zahl der Arten, die verschwinden, irgendwann ein Kipppunkt erreicht sein wird, der dann das Ökosystem mehr oder weniger kollabieren lässt. Solche Kipppunkte bezeichnen kritische Schwellen im Klimasystem, die schließlich schon bei kleinen Veränderungen überschritten werden können. Steffens Botschaft aber ist, dass wir den Ökokollaps noch abwenden können, wenn wir jetzt aktiv werden und unseren Energie- wie Ressourcenverbrauch drastisch einschränken. Das passt Eins zu eins zur Botschaft des Weltklimarats aus seinem aktuellen Sonderbericht. Doch Steffens versäumte am Festabend des bvse nicht, die Recycler im Publikum zu loben, die mit ihren Aktivitäten in Richtung Kreislaufwirtschaft bereits auf dem richtigen Weg seien. Diese dankten es ihm und verpflichteten sich schon während seines Vortrags zu einer Spende in Höhe von zusammen 65.109 Euro. Davon beeindruckt zeigten sich wiederum Steffens und seine Frau Ingrid , die gemeinsam die Biodiversity Foundation gründeten, um einer möglichst breiten Öffentlichkeit die dargestellten Zusammenhänge näher zu bringen. Dafür soll auch das gespendete Geld eingesetzt werden und so unter anderem ein Kinofilm zum Thema entstehen. Womöglich wird Steffens noch der Al Gore Deutschlands. Zu wünschen wäre es uns.

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